Mariahilfgasse 2b in Luzern…von der Buchdruckerei zum Schulhaus – (LU)

Geschrieben von Peter Egloff am in Parkett, Projekte, Restaurierung, Sanierung, Sicherungen

SONY DSCAbb. 1. Raum Saal / 2. Obergeschoss

Der dargestellte Zwischenzustand gibt einen Einblick in den historischen Bodenaufbau mit den statisch tragenden Elementen, Balkenlagen und Metallstützen. Zwischen den Balken sind die eingebauten Fehlböden aus Schwartenbrettern mit der darauf eingebrachten mineralischen Schüttung erkennbar. Auf den tragenden Balken befindet sich der Blindboden aus Fichtenbrettern, mit dem darauf befestigten Stabparkett in der Verlegeart eines Fischgratmusters.   

Die Parkettböden im Raum 205, sind aufgrund der Befundlage auf 1899 zu datieren. Diese Datierungshinweise wurde aus der baugeschichtlichen Entwicklungsgeschichte abgeleitet. 1899 (SA LU) Erbauung eines Buchdruckergebäudes mit Wohngebäude.  „SA LU   Stadtarchiv Luzern, B3. 31/ A1.22 & B.1. 33“

Rahmenbedingungen / Ausgangslage

Das Gebäude wird zurzeit umfassend statisch saniert. Bei diesem Eingriff in die Innenhülle des Gebäudes, wird der statische Bodenkonstruktionsaufbau verstärkt. Diese Massnahme hat zur Folge, dass die historischen Bodenbeläge (Holzparkette) ausgebaut werden. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation, wird lediglich ein Parkettboden denkmalgerecht ausgebaut und wieder eingebaut. Der Wiedereinbau dieses Bauteils aus der Erbauungszeit von 1899, erfolgt auf dem gleichen Geschoss, jedoch in einem anderen Raum.

Das auserwählte Stabparkett mit Füllungsfeldereinteilung erstreckt sich über die gesamte Grundfläche des Raumes von 1899. Die Raumfläche des bauzeitlichen Raumes beträgt 19 Quadratmeter. Bei der Demontage konnte festgestellt werden, dass der gesamte Konstruktionsaufbau noch der Erbauungsphase von 1899 entspricht.

Die Parkettoberseite war mit einer Pavatexplatte vollflächig abgedeckt (Abb.2), vermutlich erfolgte diese Massnahme in den Sechzigerjahren. Nach der vollständigen Entfernung des Plattenmaterials wurde festgestellt, dass die Bauteiloberfläche des Parketts eine Vielzahl von Einschnitten, bis 5 mm tief, aufweist (Abb.3). Diese markanten Einschnitte wirken sehr störend auf die Gesamtfläche und es wird nach einer Lösungsvariante gesucht, um diese Fehlstellen optisch zu beruhigen.

Auswertung / Interpretation der Demontage  

Bei der Demontage zeigte sich, dass die Befestigung der einzelnen Bauteile in klassischer Art ausgeführt wurde. An den tafelumrahmenden Parkettstäben erfolgte durch die Nutvertiefung die Befestigung mit Eisennägeln. Diese Nagelung fixierte die einzelnen Stabparkettteile in die darunterliegenden Blindbodenbretter.

Die einzelnen Parkettteile sind mit einer Konstruktionsnut versehen und durch eine Fremdfeder miteinander verbunden. Bei der Demontage zeigte sich, dass bei der ursprünglichen Montage zuerst zwei Randfriese im rechten Winkel auf dem Blindboden befestigt wurden. Von diesem masshaltigen Winkel aus konnten die einzelnen Normbauteile eingefügt werden. Dieses Winkelmass mit dem definierten Verlegestart wurde übernommen und kommt somit bei der Wiedermontage erneut zur Anwendung.

Die Bauteilfläche wird nun in die Einzelteile zerlegt, transportiert und vor Ort eingebaut. Der Oberflächenaufbau erfolgt nach der Endmontage.